Tricking

Was ist Tricking

Tricking ist eine Extrem-Sportart, die sich zwischen 2000 und 2002 ausgebildet hat. Dabei werden verschiedene Bewegungsabläufe aus Kampfsportarten wie Taekwon Do, Wushu und Kung Fu mit Elementen aus dem Turnen oder der Akrobatik sowie aus dem Breakdance und Capoeira zu einer Art Kür kombiniert. Der Schwerpunkt liegt auf Tritttechniken aus dem Kampfsport. Das Ergebnis ist ein schneller, kraftvoller Showsport.

Philosophie des Trickings

Eine Philosophie im herkömmlichen Sinne gibt es im Tricking nicht. Es geht hauptsächlich darum Spaß zu haben. Seine eigenen Grenzen auszuloten und stetig höher zu stecken. Vorallem aber zählt dabei im Tricking die Community (community <englisch> - Gemeinschaft). Sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen. In der Gemeinschaft die Höhen und Tiefen der eigenen Tricking-Karriere zu erleben und sich gegenseitig zu motivieren.


Es gibt keine Vereine und keine "Tricking-Organisation". Der Tricking-Sport lebt von dem Engagement seiner Mitglieder. Hier zeigt sich die stärke der Community. Es gibt viele Tricker, die eigene Tutorials (tutorials <englisch> - Anleitung) für die Tricking-Moves erstellen und zur Verfügung stellen. Andere betreiben Websites auf denen sie Tips geben, wie man mit Tricking am Besten anfängt und worauf man zu achten hat oder welche Moves man zuerst erlernen sollte. Auch viele Foren sind existent auf denen man sich austauscht. Erste Tricking-Schulen, wie die Pataman Gym Time, sind im Aufbau, jedoch derzeit sehr wenig verbreitet. Andere organisieren sogenannte "Gatherings" (gathering <englisch> - Versammlung, Treffen) auf denen man sich trifft um gemeinsam zu tricken.


Tricking ist kein Lifestyle, wohl aber eine Lebenseinstellung. Die eigene Mode, der Musikstil oder dergleichen spielen keine Rolle. Jeder ist beim Tricking willkommen. Körperliche Voraussetzungen gibt es keine, aber man muss sich für den Sport begeistern können. Tricking bedeutet hartes und langes Training. Innerhalb dessen kann sich jedoch jeder frei entwickeln. Eine Reihenfolge in der die Tricking-Moves erlernt werden sollten gibt es nicht. Der eine geht mehr in Richtung Kampfsport, ein anderer orientiert sich in Richtung Breakdance.

Die Ursprünge des Trickings

Die Ursprünge des Trickings liegen in den USA der 1990er Jahre. Als einige Kampfsportler für Wettkämpfe den Schwierigkeitsgrad ihrer Katas (Kata = Begriff aus dem Kampfsport. Festgelegter Bewegungsablauf, den es durch viel Übung zu perfektionieren gilt.) mit akrobatischen Elementen wie Schrauben erhöhen wollten. Mit der Zeit spaltete sich daraus das Extreme Martial Arts Tricks, kurz Tricking, ab.


Die Grundbewegungen im Tricking sind nicht neu. Da sie aus anderen Sportarten zusammengewürfelt sind und deren Ursprünge besonders bei den Kampfsportarten weit zurückliegen. Dennoch gibt es viele neue Bewegungen, die sich aus der Kombination von verschiedenen Elementen ergeben, bspw. Saltos mit Tritten. Dabei wird im Tricking die Grenze des Machbaren immer weiter hochgesteckt.


Grundsätzlich kann man die Tricking-Moves in drei Gruppen unterscheiden:

- Kicks (Tritte, hier liegt der Schwerpunkt)
- Twists (Schrauben)
- Flips (Saltos)

Die meisten Tricks sind Mischformen aus zwei Gruppen.

Begriffe im Tricking

Da sich der Sport im amerikanischen Raum ausgebildet hat, wurden die Begrifflichkeiten auch aus dieser Sprache übernommen.
So werden die einzelnen Bewegungsabläufe als "Moves" (to move <englisch> - sich bewegen) oder "Tricks" bezeichnet. Typische Namen für Tricking-Moves sind Butterfly-Twist, Corkscrew, 540° (five-fourty) oder Flashkick.
Die Tricking-Ausübenden werden "Tricker" oder "Trickster" genannt.

Verbreitung und Entwicklung des Trickings

Die Verbreitung kam und kommt durch das Internet. Trickster stellten Videos von sich ins Netz. Andere sahen die Videos voller Begeisterung und sagten sich: "Das möchte ich auch können." Sie gingen raus in den Garten oder Park und versuchten die Bewegungen zu immitieren. So kamen immer mehr zum Tricking und die Präsenz des Sports im Internet wuchs rapide an. Viele begannen sich Freunde zu suchen und bildeten Tricking Teams um zusammen zu trainieren.


Teams, die sich einen Namen in der Szene gemacht haben sind Loopkicks und Team Ryukuo (Friday Night Madness 3). Namenhafte Personen sind Anis Cheurfa, Steve Terada und Joe Eigo. Mittlerweile gehören Tim Man und Kjer ebenso zum Who is who.


Insgesamt ist Tricking noch relativ unbekannt. Dies ist in so fern erstaunlich, als dass kaum ein Musikvideoclip ohne Tricking auskommt und der Sport auch in Spielfilmen und der Werbung gut vertreten ist.